Linda Tellington-Jones hat lange auf Hawaii gelebt. Eine Idee, die sie aus dieser Zeit mitgenommen hat, ist die Praxis von Pono und Pilikia. Vereinfacht kann man sagen, dass Pono für Vollkommenheit, einen Idealzustand, Gerechtigkeit und Balance steht. Pilikia hingegen ist das, was Stress, Trauma oder Drama in unserem Leben verursacht.
Bei meinem letzten Tellington TTouch© Kurs wendeten wir diesen Ansatz bei der Pferdevorstellung an. Wir nahmen ein Blatt Papier und teilten es in zwei Spalten. In die erste Spalte schrieben die Teilnehmer einige Eigenschaften ihrer Pferde, die sie glücklich machten, und in die zweite eine Sache, die sie nicht so toll fanden.
Für die Teilnehmer mit Leihpferden war es noch spannender: Die Hofbesitzerin verriet eine Stärke des Pferdes, die auf Pono-Liste kam. Die Teilnehmer durften anschließend mit den Pferden selbst herausfinden, was sie auf die Pilikia-Seite schreiben möchten, nachdem sie die Pferde kennengelernt hatten.
Das ist nicht so ungewöhnlich, könnte man meinen. Aber was diese Praxis besonders macht, ist der folgende Gedanke: Pilikia darf man wahrnehmen, es wird nicht unterdrückt. Es wird jedoch nur ein gewisser Zeitraum dafür eingeräumt, sich damit zu beschäftigen oder sich darüber zu beschweren, dann konzentriert man sich wieder auf das Pono. Außerdem stellt man sich die Frage: Was kann ich selbst dazu beitragen, dass Pilikia weniger wird? Ein Beispiel aus diesem Kurs war, dass mehrere Pferde immer wieder zu nah an den Menschen kamen – oder anders ausgedrückt: einen Mangel an Selbstvertrauen hatten. Wie wir damit umgegangen sind, kannst du in meinem letzten Blogbeitrag nachlesen.
Was würdest du über ein Pferd in deinem Leben in die beiden Spalten schreiben? Und was kannst du dazu beitragen, um Pilikia in Pono zu verwandeln?
